EMI ist ursprünglich eine Methode aus dem NLP-Bereich (Steve und Connirae Andreas), die jedoch als eine Methode der Neurotherapie angewandt werden kann. Sie arbeitet mit den Traumafolgen, die im fragmentierten Zustand im Kurzzeitgedächtnis  als kreisläufiger Prozess gespeichert und immer aktuell bleiben.

Anwendung:

Die Methode zielt durch die systematisch nacheinander geordneten Augenbewegungen darauf ab, die im Stammhirn und dem autonomen Nervensystem gespeicherte Schockladung zu entschärfen, zu verdünnen und so den Menschen von den Traumafolgen zu entlasten. Dies kann deshalb bewirkt werden, weil die Augenbewegungen mit dem Stammhirn in direkter Verbindung sind (Die Methode EMDR bedient sich des gleichen Mechanismus, wenngleich methodisch anders aufgefasst).

Nutzen:

Da die Schockladung paralysiert und damit Handlungsmöglichkeiten wesentlich einschränkt, wirkt sie wie eine Blockade. Durch die Arbeit mit der Schockladung entsteht also ein freier Raum für neue Handlungsmöglichkeiten, die bislang durch die Traumafolgen überlagert wurden. Anders gesagt: Es handelt  sich um die Freisetzung des kreativen Potentials des Menschen und das Erschließen neuer Wahlmöglichkeiten außerhalb der traumatischer Blockaden, sei ihr Ursprung  in der Kindheit (z.B. Geburtstrauma), oder im erwachsenen Alter (z.B. Autounfall).

Theorie und  Entstehungsgeschichte:

Die Methoden stammen hauptsächlich aus dem angelsächsischen Raum. Bekannt sind EMDR (Francine Shapiro), SE – Somatic Experiencing (Peter Levine) und EMI – eye movement integration (Steven Andreas, Danie Beaulie). Alle drei gehen im wesentlichen davon aus, dass die geballte Ladung der Schockenergie (nach der Spaltung durch das Trauma) im Stammhirn (vitales Zentrum) gespeichert bleibt. Von dort aus gelangt es auch in die Regionen des limbischen Systems (emotionales Zentrum) und des Neokortex (rationales Zentrum).

Was passiert mit der traumatischen Schockladung? Sie wird in fragmentierter Form aller Sinne (Riechen, Sehen, Hören, Schmecken, Tasten) im Kurzeitgedächtnis gespeichert, wo sie ständig aktuell bleibt. Grund: Sie integriert sich nie von alleine und geht auch nicht ins Langzeitgedächtnis über. Durch jeden geringen Anlass (Trigger) wird diese Ladung wieder hervorgerufen und der Mensch von der längst verdrängt geglaubten Ladung des Traumas immer wieder überflutet. Er stürzt wieder ins Chaos und erlebt Schock, Schmerz und Schrecken. Gleichzeitig wird die Schockladung von den Körperpanzerungen in der Muskulatur fest- bzw. zurückgehalten. Dies bezeichnen wir als die Fortsetzung der Überlebenstrukturen auf der körperlichen Ebene.